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„Wir können nur machtvoll auftreten, wenn wir viele sind.“

„Wir können nur machtvoll auftreten, wenn wir viele sind.“

Volker Heye
52 Jahre alt, Energieanlagenelektroniker, arbeitet bei Eickhoff in Bochum

Über seine Arbeit:
„Wir bauen hier Maschinen für den Bergbau, außerdem stellen wir Windkraftgetriebe her, die Windkraft ist quasi unser zweites Standbein. Ich arbeite an den Bergbaumaschinen. Mit denen wird die Kohle in den Flözen abgebaut. Unser Hauptgeschäft machen wir in China, aber das läuft momentan nicht so gut, weil die Chinesen wegen ihrer Wirtschaftskrise momentan möglichst viele Maschinen selbst bauen. Als Elektriker sind wir für den Mittelteil der Maschine zuständig. Wir verdrahten die Energieverteilung, das Herzstück der Maschine. Links und rechts kommen dann die Schneidarme dran, mit denen die Kohle abgebaut wird. So eine Maschine kann bis zu 180 Tonnen schwer sein und bis zu acht Meter hoch Kohle schneiden. Am Ende bin ich immer wieder fasziniert, wie ein so schweres Gerät sich bewegen kann. Schon ein Trafo wiegt zwischen 300 und 2500 Kilogramm.“

Über Zufriedenheit am Arbeitsplatz:
„Wir haben hier einen engen Draht zu den Ingenieuren und Konstrukteuren. Die kommen oft zu uns Elektrikern, und wir schauen dann gemeinsam auf die Schaltpläne. Das ist das Gute hier: Man wird für voll genommen und fühlt sich wertgeschätzt. Zum Teil kenne ich die Konstrukteure schon aus den Zeiten meiner Lehre. Das läuft hier alles sehr familiär, so ziemlich jeder kennt jeden, obwohl wir insgesamt 1200 Leute am Standort Bochum sind.“

Über Gewerkschaft:
„Gewerkschaft kenne ich schon von meinem Vater her, der hat mich immer zu den 1. Mai-Kundgebungen mitgenommen. Eingetreten bin ich dann mit dem Beginn meiner Lehre im Jahr 1980. Heute bin ich Leiter der Vertrauensleute und auch im Vertrauensleuteausschuss der IG Metall Bochum-Herne aktiv. Wir haben hier bei Eickhoff einen Haustarifvertrag, das heißt, wir legen unsere gewerkschaftliche Forderung selber fest und handeln dann eine Einigung mit dem Arbeitgeber aus. Das macht es noch einmal interessanter und wichtiger, Mitglied in der Gewerkschaft zu sein, als es ohnehin schon ist. Das sage ich den Leuten auch immer wieder: Wir können dem Arbeitgeber gegenüber nur machtvoll auftreten, wenn wir viele sind. Dieses Jahr war ich erstmals bei unseren Haustarifverhandlungen dabei. Das ist spannend.“

Über sein Leben:
„In meiner Freizeit fahre ich Motorrad, eine Enduro, so schön mit Ducati-Sound, Baujahr 1995. Das brauche ich, um wieder runterzukommen. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Außerdem habe ich einen Schrebergarten – also das komplette Ruhrpott-Klischee. Nur Tauben züchte ich nicht.“ (lacht)

Fotos: Stephen Petrat.

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