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„Das hier ist genau mein Ding. Im Büro zu arbeiten wäre nix für mich.“

„Das hier ist genau mein Ding. Im Büro zu arbeiten wäre nix für mich.“

Markus Boxhorn
38 Jahre alt, gelernter Gas- und Wasserinstallateur, arbeitet bei Käuffer & Co TGM in Mainz.

Über seine Arbeit:
„Ich bin Heizungsinstallateur. Die Firma sitzt in Mainz, aber ich werde in Wiesbaden eingesetzt, bei einem Kunden, der R+V Versicherung. Die hat mehrere Wartungsverträge mit uns geschlossen. Das hier ist die Hauptverwaltung der Versicherung, ein Riesengebäude, da gibt es immer etwas zu tun. Deshalb sind wir das ganze Jahr über mit zwei Mann hier vor Ort. Ich bin viel im Haus unterwegs, mal muss ich eine Armatur austauschen oder einen Heizkörper. Außerdem bin ich für die Heizungsanlage und die Sprinkleranlage hier unten im Keller zuständig. Da stehen regelmäßig Wartungen an. Wenn ich die Sprinkleranlage warte, mache ich an einem Tag neun Kilometer zu Fuß. Ich habe es mal mit einem Schrittzähler gemessen. Eine Sprinkleranlage funktioniert so: Oben im Sprinklerkopf gibt es ein kleines Gläschen, das platzt bei 68 Grad. Im Keller steht ein Behälter mit 30 Kubikmetern Wasser, der unter Druck steht. Das Wasser geht dann dahin, wo das Leck ist. Anders als man es aus Filmen kennt, springen bei einem Alarm nicht alle Sprinklerköpfe im Gebäude an, sondern nur die, die kaputt sind. Wir haben auch schon mal Fehlalarme gehabt. Das kann passieren, zum Beispiel wenn ein Handwerker mit seiner Leiter versehentlich einen Sprinklerkopf beschädigt. Dann rückt ein Löschzug der Feuerwehr an. Alle müssen das Gebäude verlassen. Selbst ich darf nicht rein, auch wenn ich weiß, dass es ein Fehlalarm ist. Erst muss die Feuerwehr feststellen: kein Brand.“

Warum ihm die Arbeit gefällt:
„Das hier ist genau mein Ding. Wenn ich noch mal auf die Welt käme – ich könnte nicht sagen, was ich sonst machen wollte. Im Büro zu arbeiten wäre nix für mich. Ich brauche Leute um mich herum, am besten jeden Tag andere.“

Über Gewerkschaft und Tarifverträge:
„Wir haben hier einen Haustarifvertrag. Als Betriebsratsvorsitzender sitze ich in der Verhandlungskommission – ich sitze also mit am Tisch, wenn wir mit der Geschäftsleitung verhandeln. Das ist schon spannend. Wir kämpfen um jeden Cent, beide Seiten. Wenn wir als Arbeitnehmer so Pi mal Daumen sagen: 50 Euro mehr, was ist das schon? – dann packt die Gegenseite ihre Computerprogramme aus und rechnet vor, was 50 Euro für die gesamte Unternehmensgruppe ausmacht. Ist ja klar, jeder will das Maximum rausholen. Aber wir haben hier viele IG Metall-Mitglieder, der Organisationsgrad ist hoch. Wir sind gut aufgestellt, dadurch können wir etwas bewegen.“

Über sein Leben:
„Ich bin verheiratet und habe einen Sohn von zwölf und eine Tochter von acht Jahren. Mit denen unternehme ich in der Freizeit viel: Wandern, Radfahren, Schwimmen. Außerdem haben wir ein großes Haus mit großem Garten, da gibt es immer was zu tun. Wenn dann meine Freunde zu Besuch kommen, die haben auch alle Kinder, dann trinken wir ein Bier und grillen. Das ist mein Leben, da fühle ich mich wohl.“

Fotos: Stephen Petrat.

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