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„Früher saßen hier Menschen und haben die Sicherungsautomaten von Hand zusammengesetzt.“

„Früher saßen hier Menschen und haben die Sicherungsautomaten von Hand zusammengesetzt.“

Marcello Izzo
38 Jahre alt, gelernter Werkzeugmacher, arbeitet als Anlagenmechaniker bei der ABB Stotz-Kontakt GmbH in Heidelberg.

Über seine Arbeit:
„Wir stellen Sicherungsautomaten her, wie man sie aus dem Stromkreisverteiler zu Hause kennt. Die Sicherungsautomaten wurden hier erfunden, in den 20ern hat Hugo Stotz seine Idee patentieren lassen. Ich überwache die Produktion an einer hochautomatisierten Anlage, die in 14 Zellen unterteilt ist. In jeder Zelle findet ein anderer Produktionsschritt statt. Wenn eine Zelle ausfällt, dann steht die ganze Anlage. Deshalb muss so eine Reparatur ruckzuck gehen, da wird es schon mal hektisch. Die Anlage, die Mechanik, wie das alles läuft – das ist schon faszinierend. ABB ist eine tolle Firma, da gibt es nichts zu meckern. Ich fühle mich hier gut aufgehoben.“

Wie sich die Arbeit verändert hat:
„Was wir hier machen, ist schon Industrie 4.0. Die Produktion ist vollautomatisiert. Man muss sich mal vorstellen: In dieser Halle saßen früher Menschen dicht an dicht und haben Sicherungsautomaten von Hand zusammengesetzt. Heute überwachen wir die Produktion mit sechs Leuten. In einem Jahr produzieren wir so über 40 Millionen dieser Geräte. Ich frage mich, wo die alle bleiben? So einen Sicherungsautomaten baust du einmal in ein Haus ein, der geht nicht so schnell kaputt. Aber offenbar ist die Welt größer, als ich dachte.“

Über die Arbeitszeit:
„Ich mache Früh- und Spätschicht im wöchentlichen Wechsel und komme damit gut zurecht. Es gibt auch Kollegen, die Dauernachtschicht machen. Die verdienen zwar mehr, aber das wäre nichts für mich. Wir arbeiten hier an sechs Tagen in der Woche, der Samstag ist regulärer Arbeitstag. Im Jahr haben wir nur neun freie Samstage. Das nervt mich manchmal schon, gerade im Sommer.“

Über die IG Metall:
„Ich bin seit der Ausbildung Mitglied in der IG Metall. Damals wusste ich noch nicht so viel über Gewerkschaft. Heute weiß ich, was dahintersteckt. Ich bin aus Überzeugung dabei. Ich weiß, was uns per Gesetz zusteht, etwa an Urlaub, und was unsere Vorgänger in der Gewerkschaft darüber hinaus erkämpft haben. Regelmäßig erhalten wir außerdem ein paar Prozent mehr Geld. Mich stört, dass auch Nichtmitglieder das Gleiche bekommen.“

Fotos: Stephen Petrat.

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