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„Arbeitssicherheit ist hier ein großes Thema.“

„Arbeitssicherheit ist hier ein großes Thema.“

Jorne Christian Ludwig
37 Jahre alt, Servicetechniker für Windenergieanlagen, arbeitet bei Senvion in Husum.

Über seine Arbeit:
„Ich warte und repariere Windräder. Wir sind jetzt hier auf 96 Meter Höhe in der Gondel des Windrads. Hier drin sind das Getriebe und die Rotorwelle. Heute haben wir ordentlich Wind, 15 Meter pro Sekunde. Ab 18 Metern pro Sekunde dürfen wir nicht mehr auf die Anlage, aus Sicherheitsgründen. Hier oben schwankt es ganz schön. Daran musste ich mich anfangs erst gewöhnen. Die ersten anderthalb Jahre in dem Job stand ich abends unter der Dusche und schwankte wie ein Seemann. Heute ist das für mich Routine. Angst habe ich nie. Respekt schon, den darf man nie verlieren. Arbeitssicherheit ist hier ein großes Thema. Ich trage eine persönliche Schutzausrüstung mit Helm und Gurt und bin mit dem Seil immer gut gesichert. Zum Beispiel wenn ich durch die Dachluke raus auf die Gondel muss, um die Wetterstation zu reparieren.“

Was ihm an der Arbeit gefällt:
„Hier ist man jeden Tag sein eigener Herr, und jeder Tag ist anders. Wenn wir Notdienste haben, müssen wir raus, wenn irgendwo ein Windrad ausfällt. Dann geht’s hoch, heutzutage haben die Windräder meist Fahrstühle. Oben prüfen wir dann die Elektronik, schauen nach dem Fehler, beheben ihn, und dann fahren wir die Anlage wieder an. Das macht einen ganz schönen Radau. Die Anlage hier hat 3,4 Megawatt, da steckt ordentlich was hinter. Der Job macht mir Spaß, sonst würde ich ihn nicht machen.“

Über Gewerkschaft und Betriebsrat:
„Ich bin ein gerechtigkeitsliebender Mensch. Wer die gleiche Arbeit macht, hat auch den gleichen Lohn verdient. Angefangen habe ich als Leiharbeiter, vier Jahre lang, dann wurde ich übernommen. Der Betriebsrat hat sich damals sehr für mich eingesetzt, und deshalb habe ich mir gesagt: Mensch, Betriebsrat – das wäre auch was für Dich. Also habe ich mich aufstellen lassen und bin gewählt worden. Mein Engagement als Betriebsrat bedeutet mir sehr viel. In die IG Metall eingetreten bin ich schon während meiner Zeit als Leiharbeiter – obwohl es damals ja so war, dass ich als Leiharbeiter von den Tarifverträgen unmittelbar nicht profitierte. Für mich stand da der solidarische Gedanke im Vordergrund. Letztlich müssen wir uns als Kollegen unterstützen, um etwas zu erreichen.“

Fotos: Stephen Petrat.

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