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„30 Tage Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – das sind keine Selbstverständlichkeiten.“

„30 Tage Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – das sind keine Selbstverständlichkeiten.“

Jan Fabian Meyer
38 Jahre alt, gelernter Ingenieur, arbeitet als Konstrukteur in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei KHS Corpoplast in Hamburg.

Über seine Arbeit:
„Wir bauen Streckblasmaschinen, mit denen PET-Flaschen hergestellt werden. Dazu kommt ein Rohling aus Kunststoff in die Maschine, wird auf circa 115 Grad erhitzt, dann in die Länge gestreckt und aufgeblasen. Daher der Name Streckblasmaschinen. Ich arbeite in der Serienweiterentwicklung. Das heißt: Wenn ein Prototyp einer neuen Maschine freigegeben ist, dann entwickele ich diese Maschine weiter, setze zum Beispiel Sonderwünsche von Kunden um und nehme Anpassungen für die Kunden vor.“

Was ihn an der Arbeit herausfordert:
„Jede Maschine ist trotz Standardisierung und Serienproduktion irgendwie ein Unikat. Denn jeder Kunde hat noch seine eigenen Wünsche und Vorstellungen zum Flaschendesign, und wir versuchen, alles zu ermöglichen. Wie kann ich eine Maschine so modifizieren, dass sie auch ganz andere Behälter als Flaschen herstellen kann, zum Beispiel ein Marmeladenglas mit einer breiten Öffnung? Wie kann ich Fünf-Liter-Flaschen für Waschmittel mit Griffmulde herstellen? In Japan sind zum Beispiel rechteckige Flaschen sehr beliebt. Da musst du die Maschine so bauen, dass die Flasche in einer ganz bestimmten Position aus der Maschine heraus kommt  – sonst bekommt der Füller ein Problem. Viele Kunden verlangen auch nach immer leichteren Flaschen, nicht nur wegen des Umweltschutzes, sondern auch, um Kosten zu sparen. Es ist aber gar nicht so einfach, eine extrem leichte Flasche mit wenig PET-Material zu produzieren, die auch stabil genug ist. Man kennt das, wenn man so manche Flasche aufmacht: Der Kunststoff gibt direkt in der Hand nach, und es spritzt einem schon das Mineralwasser entgegen. Das sind so Aufgaben, mit denen ich mich beschäftige. Du musst Dein Gehirn anstrengen und Lösungen finden. Das macht die Arbeit abwechslungsreich und anspruchsvoll.“

Über die IG Metall:
„Ich habe schon länger überlegt, Mitglied zu werden. Meine Freundin lag mir in den Ohren und hat gesagt: Wenn die IG Metall so viel Gutes für Euch tut, dann solltest du gefälligst eintreten. Das habe ich jetzt gemacht. Ich gehöre vom Alter her zu denen, die schon hereingeboren wurden in die Errungenschaften der IG Metall. 30 Tage Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – das haben andere vor uns erkämpft. Man muss sich das bewusstmachen, sonst nimmt man es als gegeben hin. Wenn ich Mitglied werde, gebe ich mit meinem Mitgliedsbeitrag auch etwas zurück von dem, was ich durch die Gewerkschaft erst bekommen habe – und sorge so dafür, dass die Errungenschaften erhalten bleiben.“

Was ihm beim Thema Arbeitszeit wichtig ist:
„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeitszeit. Wir arbeiten 35 Stunden und ich habe Gleitzeit. Durch die Arbeitszeitkonten kann ich meine Arbeit auch mal so einteilen, dass ich freitags früher gehen kann. Meine Freizeit verbringe ich mit meiner Freundin. Wir machen ein bisschen Fitness-Sport. Außerdem sind wir beide zwei große Gamer-Seelen und haben vier Katzen, die uns ordentlich auf Trab halten.“

Fotos: Stephen Petrat.

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