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„Wer nicht redet, kann nicht gehört werden.“

„Wer nicht redet, kann nicht gehört werden.“

Bärbel Schweizer
50 Jahre alt, gelernte Floristin, arbeitet bei ThyssenKrupp Aufzugswerke in Neuhausen auf den Fildern.

Über ihre Arbeit:
„Ich arbeite in der Reklamationsabteilung. Die Kunden reichen ihre Reklamation schriftlich ein, die landet dann hier auf meinem Schreibtisch. Ich erstelle das nötige Material, halte Rücksprache mit dem Kunden und führe das Checkheft. Ich bin also für die Qualitätssicherung zuständig. Reklamationen sind schon ein anstrengendes Geschäft, du brauchst gute Nerven. Nebenbei bin ich selbstständig in meinem alten Beruf als Floristin tätig. Ich mache auf Bestellung die Blumen-Deko für Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen. Das mache ich mit Leidenschaft, und das ist ein Bombenausgleich für meine Tätigkeit hier.“

Was ihr an der Arbeit Spaß macht:
„Ich bin ein lustiger Mensch, und das Kollegiale untereinander, das ist mir wichtig. Wir sind ein Team von acht Leuten, alle sind schon lange dabei und haben Erfahrung. Das ist schon toll hier. Wenn ich etwas wissen muss, gehe ich in die Produktion und frage nach. Alle sind offen und herzlich.“

Was sie sich für die Zukunft wünscht:
„Dass ich einen sicheren Arbeitsplatz habe. Und dass auch junge Leute noch einen sicheren Arbeitsplatz finden.“

Über die IG Metall:
„Die IG Metall ist für mich die Insel, auf die ich jederzeit hüpfen kann. Da kann ich immer hingehen, nicht nur, wenn es Probleme gibt. Ich bekomme Informationen, und es ist einfach gut zu wissen, dass keiner alleine ist. Das gibt mir Sicherheit. Außerdem: Man muss bereit sein, für seine Interessen einzutreten. Wie sagt man so schön? Wer nicht redet, kann nicht gehört werden.“

Über ihre Freizeit:
„Ich tanze Zumba, fahre Rad und gehe auf Flohmärkte. Ich sammele alles, was mit Ägypten zu tun hat, das ist meine größte Leidenschaft. Bei mir zuhause sieht es aus wie bei Kleopatra in der Pyramide. Zuletzt habe ich eine Skulptur von Nofretete aus Messing gekauft und einen sitzenden Pharao aus Ton. Wo andere Modellautos sammeln, sammele ich so etwas.“

Was ihr beim Thema Arbeitszeit wichtig ist:
„Ich habe Gleitzeit und komme immer schon früh um sechs Uhr. Dann habe ich am Nachmittag noch Zeit für mich. Doch, mein Leben passt. Ich kann nicht klagen.“

Fotos: Stephen Petrat.

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