
Über seine Arbeit:
„Ich arbeite auf dem größten Schrottplatz der Republik. In Spitzenzeiten lagern hier bis zu 200.000 Tonnen Schrott. Der Schredder ist unsere Schlagader. Da kommen die alten Autos rein und werden geschreddert. Metall und Kunststoff trennt der Schredder automatisch. Das Metall liefern wir dann an unser Mutterunternehmen, die Salzgitter AG. Es wird im Stahlwerk dem Eisenerz beigemischt, damit der Stahl die richtige Güte erreicht. Wir sind als Tochterunternehmen mit rund 175 Beschäftigten der Schrottversorger der Salzgitter AG.“

Über seinen Alltag als Betriebsrat:
„Wenn jemand ein Anliegen hat, dann kommt er zu mir ins Büro. Oft geht es dann darum, dass jemand ein Problem mit dem Meister hat oder dem Vorarbeiter oder sich über die Arbeitseinteilung beschwert. Ich wäge dann ab, und wenn die Beschwerde mir berechtigt erscheint, spreche ich mit dem Meister. Wir finden immer eine Lösung. Ich bleibe sachlich, ruhig und besonnen. Das ist etwas, was ich in meinen langen Jahren als Betriebsrat gelernt habe. Man muss ruhig bleiben. Und kompromissbereit. Das gefällt mir – dass ich als Betriebsrat etwas für die Menschen tun kann.“
Über sein Leben und sein Engagement:
„Ich war von jung auf sozial eingestellt. Schon mit 14 oder 15 Jahren habe ich angefangen, mich für die Rechte von Arbeitnehmern zu interessieren, habe Bücher gelesen. Mit 22 Jahren bin ich aus der Türkei nach Deutschland gekommen und habe einen Asylantrag gestellt. Der wurde zwar abgelehnt, aber ich durfte auf Grund Familienzusammenführung bleiben. Die Sprache habe ich mir selbst beigebracht. Seit 2002 bin ich deutscher Staatsbürger. Heute bin ich Betriebsrat, sitze auch in der Tarifkommission und bin im Ortsvorstand der IG Metall aktiv. Ich bin sehr engagiert und scheue vor der Arbeit, die das bedeutet, nicht zurück. Es ist ja auch schön, wenn man in so ein Gremium gewählt wird. Das bedeutet, dass die Kolleginnen und Kollegen mir vertrauen. Das empfinde ich als große Anerkennung. Es ist alles so, wie ich mir das als junger Mann erträumt habe: Ich kann politisch arbeiten und etwas für die Menschen erreichen. Meine Frau sagt: Wenn du in Rente gehst, dann gehst du kaputt. Ich zeige dann aufs Bücherregal und sage: Siehst du das? Die lese ich alle noch mal durch (lacht). Na ja, sie hat nicht ganz unrecht. Wahrscheinlich wird mir die politische Arbeit fehlen. Aber die IG Metall hat ja auch einen Seniorenkreis. Da werde ich mitmachen.“
Fotos: Stephen Petrat.
© 2026 Unsere IG Metall