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„Faires Geben und Nehmen – darum geht es.“

„Faires Geben und Nehmen – darum geht es.“

Markus Gürcan
44 Jahre alt, gelernter Ingenieur, arbeitet als Leiter der Abteilung Technologie und Qualität bei den Deutschen Edelstahlwerken (DEW) in Krefeld.

Über seine Arbeit:
„Wir stellen unter anderem hochwertige Werkzeugstähle her. Da sind wir weltweit die Nummer eins. Das ist nicht mit 08/15-Stählen zu vergleichen. Beispielsweise benötigt man für Maschinen für die Herstellung von Tabletten Stanz- und Prägewerkzeuge mit sehr hohen Härten, die jedoch auch noch Zähigkeit und eine Dauerfestigkeit aufweisen müssen. Die Vorgaben für die notwendigen Materialeigenschaften erhalten wir vom Kunden. Materialeigenschaften wie beispielsweise Härte, Festigkeit und Zähigkeit werden in meiner Abteilung geprüft. Hierfür haben wir in unserem Labor sehr viele verschiedene Prüfanlagen.“

Was ihm an der Arbeit gefällt:
„Ich kann sehr gut gestalten. Ich verstehe mich sehr gut mit dem Chef und habe sämtliche Freiheiten. Letztlich liegt es an mir, wie ich die Arbeit in der Abteilung hier gestalte. Ich komme viel herum, weil ich auch Kunden betreue. Zuständig bin ich für Amerika, zuletzt war ich in den USA und in Argentinien. Man muss schon mal zu den Kunden, man muss die Leute kennen, man muss ihre Probleme verstehen und versuchen zu lösen. Mich fasziniert die Produktion von Stahl immer noch. Selbst nach 20 Jahren stehe ich gerne in der Schmiede und schaue zu, wie so ein heißes Schmiedestück bei rund 1250 Grad geschmiedet wird.“

Über Gewerkschaft:
„Ich bin im Krisenjahr 2009 in die IG Metall eingetreten. Damals hat die IG Metall einen Restrukturierungstarifvertrag abgeschlossen. Wir haben auf das 13. Monatsgehalt verzichtet. Zugleich hat die Gewerkschaft aber auch verhandelt, dass das Gehalt wieder gezahlt wird, sobald es dem Unternehmen wieder besser geht. Das ist ein schönes Beispiel dafür, worum es geht: Um ein faires Geben und Nehmen. Das finde ich positiv. Ohne IG Metall wäre das damals sicher anders gelaufen.“

Was ihm bei der Arbeitszeit wichtig ist…
„Familie ist mir sehr wichtig. Ich habe zwei Töchter, die sind 11 und 9 Jahre alt. Ich versuche es so oft wie möglich einzurichten, dass wir morgens gemeinsam frühstücken und abends gemeinsam essen. Mir ist es wichtig, dass ich als Vater da bin – zumal ich des Öfteren auf Dienstreise bin. Denn was man mit den Kindern erlebt, das ist einmalig, das bekommt man nicht wieder. Durch meine Vertrauensarbeitszeit kann ich auch mal früher gehen, wenn es zum Beispiel in der Schule eine Vorführung gibt. Das Familienleben und die Arbeit – das muss in einer Waage sein.“

Fotos: Stephen Petrat.

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