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„Die Maschine darf nie stehenbleiben.“

„Die Maschine darf nie stehenbleiben.“

Cüneyt Ceyran
47 Jahre alt, gelernter Textil-Appreteur, arbeitet als Textil-Facharbeiter bei TAG Carpets & Composites in Grefrath.

Über seine Arbeit:
„Wir machen Industrieteppiche. Das ist keine Baumarkt-Ware, sondern schon etwas teurer. Die werden zum Beispiel in Hotels oder großen Bürogebäuden verlegt. Der Kunde schickt uns den Rohteppich, und dann wird der hier in der Maschine gefärbt und bedruckt, je nach dem, was der Kunde wünscht, und eventuell geschoren. Schließlich wird die Rückseite beschichtet. Der Teppich ist vier Meter breit und läuft durch die Maschine, mit einem Tempo von sechs Metern pro Minute. Wir bedienen die Maschine mit acht Leuten. Wichtig ist: Die Maschine läuft kontinuierlich durch und darf nie stehenbleiben. Wenn sie stehenbleibt, haben wir gleich acht Meter Ausschuss. Deshalb wird es hier auch schon mal hektisch. Eine Rolle hat 100 Meter, wenn die durch ist, nähen wir die nächste Rolle an, während die Maschine weiterläuft. Am Tag machen wir so zwischen 2200 und 2300 Meter Teppich. Wenn man dann Feierabend hat, weiß man, was man getan hat.“

Was ihm Arbeit bedeutet:
„Ich mache das gerne. Ich komme mit den Kollegen gut aus, komme mit den Vorgesetzten klar. Wenn man seine Arbeit macht, kommt man immer klar. Das ist ja auch wichtig, schließlich verbringe ich mit manchen Leuten hier mehr Zeit als mit der eigenen Ehefrau. Letztlich verdiene ich meinen Lebensunterhalt damit. Wäre das blöde Geld nicht, würde man es wohl nicht machen.“

Über Gewerkschaft:
„Ich bin seit meiner Ausbildung Mitglied. Ich kann jedem nur empfehlen, in die IG Metall einzutreten. Das sage ich auch den Auszubildenden, wenn die hier neu anfangen. Ich mache ihnen klar, wofür es Gewerkschaft gibt – dass Gewerkschaft eine Gemeinschaft ist, die sich für die Rechte der Kolleginnen und Kollegen einsetzt, für mehr Lohn und für bessere Bedingungen. Und dass es ohne Gewerkschaft schlecht aussehen würde.“

Womit er gerne seine Zeit verbringt:
„Familie ist für mich der Mittelpunkt. Ich bin ein ruhiger, geselliger Familienmensch und muss nicht groß rausgehen. Ich habe drei Kinder, die sind 22, 23 und 26 Jahre alt. Jetzt warte ich auf die Enkelkinder. In meiner Freizeit mache ich Gewerkschaftsarbeit.“

Fotos: Stephen Petrat.

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